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Wo und wie kann man die virtuellen Ausstellungen besuchen?

 

Auf sogenannten Grids, d.h. auf Servern abrufbaren, nutzergenerierten virtuellen Welten (auch Metaversen genannt) in Anlehnung an Multiple Member Online Roleplay Games (Abk. MMORPG). Beispiele für Metaversen, die sich zu selbständigen, virtuellen Kommunikationplattformen entwickelt haben, die mittels Avatare besucht und genutzt werden sind Second Life (international) und Open Neuland (deutschsprachig).


Zunächst muß für die entsprechende Welt ein Account und damit ein Avatar erstellt werden sowie ein Programm (Viewer) downgeloaded und installiert werden. Mit diesem Account loggt man sich mittels des Viewers in die entsprechende Welt ein und landet direkt auf einem Ort der virtuellen Welt. Die Orte, die man besuchen möchte, werden über externe websites angewählt oder durch interne Suchmaschinen bzw. "Landmarks" (interne weblinks).

 

Zum Besuch dieser Website bzw.dieses Ortes müssen Sie den Viewer installiert und sich mit einem Account registriert haben.

 

 

 



 

Webbasierte Ausstellungen in 3 D. Museen und Ausstellungen in virtuellen Welten

Das Ägyptische Museum im Apfelland
Das Ägyptische Museum im Apfelland

Museen erfüllen die Aufgabe, die Öffentlichkeit über bestimmte, z. T. sehr spezielle Themen, zu informieren und zu interessieren.

Je nach Möglichkeit wird heutzutage sehr anschaulich und unter Einsatz verschiedener moderner Medien der Inhalt von Wissen vermittelt. Zu den neuen Medien gehören auch virtuelle Welten; man kann sie wie eine normale Website als Kommunikationsplattform nutzen, sie sind interaktiv und vermitteln den Besuchern, die sich als eine "Spielfigur" einloggen, das Gefühl, tatsächlich vor Ort zu sein. 

 

Was bieten virtuelle Ausstellungen in 3 D:

Im Gegensatz zu online gestellten Galerien, Bilder-Slideshows oder Websites bereits etablierter Museen und Sammlungen, zeichnet sich eine virtuelle Ausstellung in 3 D durch eine virtuelle Realität aus, in einer dreidimensionalen Online-Welt, mit Landschafts- und Gebäudedarstellungen sowie virtuellen Exponaten, die als digitale, dreidimensionale Objekte nachgebildet werden und in einer Ausstellung umgesetzt sind:

Nachbauten von Realia (Denkmäler, archäologische, kunstgeschichtliche oder ethnologische Exponat beispielsweise wie Gefäße, Werkzeuge, Waffen, Möbel), für Gemälde würden einfache Flächen als Projektionsfläche für Grafiken mit der Abbildung eines Gemäldes beispielsweise) ausreichend sein. Sie können in ein eigens erstelltes Gebäude, Räumlichkeit oder als "Freiluftmuseum" in der virtuellen Welt ausgestellt werden.

Schon seit längerer Zeit gibt oder gab es Kunst-Ausstellungen in Second Life, sogar Repräsentationen spezieller Museen (z.B. die Kunstgalerie Dresden). 

Beispiele von webbasierten 3D-Ausstellungen zum Alten Ägypten als Format zur Vermittlung kultureller Bildung

Die digitalen Exponate lassen sich als didaktisches Mittel einsetzen, indem sie bei entsprechnder Programmierung Wissen auf Abruf transportieren können: Die Zusatzinformationen erscheinen per Mausklick in einem Popup-Fenster und enthalten weiterführende weblinks oder zusätzliche Texte, ähnlich der Tafel- oder Vitrinentexte örtlicher Museen. Routinierte Nutzer in virtuellen Welten schätzen es sehr, wenn die Ausstellung technische Tricks anbietet, z.B., indem sich Objekte bewegen lassen oder den Informationsabruf wie oben beschrieben zulassen. Auch in örtlichen Museen wird die Betextung einer Ausstellung hinsichtlich Umfang, Anspruch und Schriftgröße häufig kontrovers diskutiert. Virtuelle Ausstellungen lassen sich hingegen flexibler gestalten.

Online Rollenspiele als Freizeitaktivität haben in den letzten Jahren beträchtlich an Bedeutung gewonnen und sich in zahlreiche zielgruppenentsprechende Angebote aufgefächert. Das Phänomen "online spielen" lässt sich aber auch als game based learning, beispielsweise zur Vermittlung von kultureller Bildung nutzen. Neben einer Präsenz der deutschen Volkshochschule in "Second Life" entstand mit der Zeit auch eine spezielle, deutschsprachige virtuelle Welt, mit dem Anspruch, Bildung und Kultur zu vermitteln, und bietet Kunst- und Kulturschaffenden einen Ort für virtuelle Ausstellungen. In den Medien jedoch ist die Repräsentation von Fantasy-Rollenspielen dominierend, was der Idee, Bildungsvermittlung auf diesem Wege anzubieten, stark entgegenwirkt.

Auch ägyptische Altertümer sind zeitweise von unterschiedlichen Nutzern errichtet worden. Ein Versuch war, diese online Welten als virtuelle Museen bzw. Freiluftmuseen mit 3D-Nachbauten ägyptischer Denkmäler  zu verwenden. Derzeitig ist in Open Neuland ein neuer Ort mit ägyptischen Ausstellungen im Aufbau:

Der Tempel Ramses' III. von Medinet Habu (Luxor) sowie kleiner Ausstellungen rund um das Thema Totenkult waren zeitweise zu besichtigen  und mit Zusatzinformationen versehen, ja sogar "persönlich" zu bestimmten Terminen vom Urheber der Ausstellung Führungen angeboten, wie durch ein "analoges" Museum.

 

 

 

Blick auf 3D-Rekonstruktion einer Grabstatue
Einblick in die Ausstellung

Die Vorteile und Chancen von virtuellen Ausstellungen liegen auf der Hand:

Der Nachbau der Funde führt zu einer genauen Auseinandersetzung mit dem Objekt, für den Besucher bietet es die Möglichkeit, es von allen Seiten zu betrachten, ggf. zu begehen und zu erfahren. Anders als Animationen von 3-D-Programmen, die man z.B. aus dem Fernsehen kennt, deren Pfade für den Betrachter vorgegeben sind, steuert der Besucher seinem Interesse gemäß die Zielrichtung selbst.

Weitere didaktische und logitische Vorteile liegen in der Möglichkeit, Objekte "sinnlich zu erfahren", unabhängig von räumlicher Distanz, Reisefähigkeit und Öffnungszeiten. In diesem Sinne sind virtuelle Ausstellungen absolut barrierefrei.

Ausstellungen oder Museumspräsenzen in virtuellen Welten sind auch als Modul für Interessensgemeinschaften nutzbar, als Zuatz einer online-Community über Chatprogramme bietet der virtuelle Raum die Möglichkeit eines "face to face"-Austauschs in Echtzeit und stärkt damit die Gemeinschaft.

Blick in einen Sarkophag mit Mumie
Blick in einen Sarkophag mit Mumie

Eine virtuelle Ausstellung von der Auseinandersetzung mit praktischen Bedürfnissen wie Restauration, Konservierung der Objekte auseinandersetzen (Objekte sind frei ausgestellt, kein Vitrinenglas, Raumklima etc.), Fluchtwege und Distanzen zwischen Vitrinen für Kinderwagen oder Rollstühlen und bietet Inszenierungsmöglichkeiten, die oft schon allein aus finanziellen Gründen scheitern.

Maßstabsgerechte Gebäude oder Objekte lassen sich getreu nachbilden: Gegenstände, aber auch Gebäudedenkmäler lassen sich fachgerecht rekonstruieren. Als Grundlage lassen sich Mehrfachansichten in Fotografie oder Zeichnung und Grundrisse heranziehen, die wissenschaftlich veröffentlicht wurden. Auch wenn Ägypten ein beliebtes Reiseland ist und auch zahlreiche bedeutende Ägyptische Sammlungen dem Besucher offen stehen, bieten virtuelle Ausstellungen folgenden Wert:

Zahlreiche Denkmäler vor Ort sind gefährdet; Malerein sind vor Jahrzehnten noch deutlicher erkennbar gewesen. Aus diesem Grunde sind viele der Denkmäler aus konservatorischen Gründen für Besucher geschlossen, zahlreiche Funde sind wegen der Fülle an Material und aus denselben konservatorischen Gründen in Museen archiviert, aber nicht öffentlich ausgestellt. Die virtuelle Rekonstruktion ist in der Lage, Informationen und Eindrücke, die am realen Objekt so nicht oder nicht öffentlich erfahrbar sind, zu transportieren.

Aufwändige Leihbegehren sind unnötig und machen es möglich, nicht nur Funde wie Reste von Holzmöbeln nachzustellen, wie in dieser Ausstellung aus dem Grab der Hetepheres (Mutter des Cheops), sondern ganze Zusammenhänge wiederherzustellen, die nach der Ausgrabung verloren worden sind, da die Funde über verschiedene Museen verteilt wurden: Kairo, New York, London, Berlin….

Anubs-Schrein
Anubis-Schrein aus Tutanchamuns Grab

Für den interessierten Laien wird der Kontext mancher Funde überhaupt erst durch die Dreidimensionalität deutlicher.

Der Besucher kann die Objekte ganz allein optisch auf sich wirken lassen, oder nähere Informationen zu dem Objekt oder zu dem Thema, das durch ein Objekt vermittelt wird, über Mausklick abrufen und erlaubt die freie Wahl zur Inanspruchnahme und Umfang von Fachinformationen.

Gerade von Personen, die sichsonst nicht als Museumsbesucher bezeichnen würden, werden diese virtuellen Ausstellungen gut angenommen und gehören zu den Orten, an denen man sich auf Entdeckungsreise machen kann. Somit besteht die Möglichkeit, neue Interessenten für die Ausstellungsformate zu gewinnen, die mit den üblichen Werbemitteln nicht erreicht werden.

weitere Beispiele bisheriger Ausstellungen

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